oder
Auf der Suche nach der richtigen Formel
(Mag. Heimo Hergan)
Vorbemerkung: Der Begriff Schüler soll im folgenden der Einfachheit halber gleichbedeutend auch für Schülerinnen gelten. Ich bitte für diese Vereinfachung um Verständnis.
Ziel: Die Schüler sollen durch gezielte
Experimente aus einer Reihe von vorgeschlagenen Formeln die richtige herausfinden, indem
sie die von den Experimenten her widerlegten Formeln ausscheiden.
Dabei soll sachlich begründetes Argumentieren kennengelernt und geübt werden.
Durchführung: Die Schüler arbeiten in
Gruppen (die Zahl hängt von der zur Verfügung stehenden Schülerversuchsausstattung ab).
Jede Gruppe erhält zumindeste eine Stoppuhr, Schlitzgewichte mit Träger und je eine
weiche (k=3N/m) und eine harte (k=18N/m) Feder. Außerdem stellt man die folgenden 9
Formeln zur Auswahl. Es soll festgestellt werden, zu welcher die Schwingungsdauer
proportional ist.
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Hilfestellung: Die Vorgangsweise der Schüler kann man strukturieren:
- Wie wirkt sich die Veränderung der Masse auf die Schwingungsdauer aus?
Eine Kombination von 1-, 2-, 4-facher oder 1-, 3-, 9-facher Masse erleichtert das Erkennen der Zusammenhänge
- Wie wirkt sich die Veränderung der Federkonstante auf die Schwingungsdauer aus?
Auswertung: Die Schüler stellen fest,
dass mit zunehmender Masse die Schwingungdauer größer wird. Damit fallen die Formeln mit
m im Nenner aus. Außerdem lässt sich mit etwas gutem Willen erkennen, dass eine
Vervierfachung der Masse zur doppelten bzw. eine Verneunfachung der Zeit zur
Verdreifachung der Schwingungsdauer führt. Damit bleibt der Zusammenhang mit der Wurzel.
Bei Verwendung der härteren Feder mit einer der vorher verwendeten Massen stellen die
Schüler fest, dass eine Zunahme der Federkonstanten zu einer Abnahme der Schwingungsdauer
führt, k muß somit im Nenner stehen.
Eine (freiwillige) Kontrolle ergibt, dass die Schwingungsdauer bei harter Feder ungefähr
um den Faktor 2,5 kleiner ist als bei weicher Feder, was tatsächlich dem Faktor
entspricht.
Somit gilt
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Um den Proportionalitätsfaktor zu bestimmen, muß nur noch eine Kombination
zusammengehörender Werte eingesetzt werden.
Meist kommt tatsächlich etwas mehr als 6 heraus, was dem Wert
doch ganz schön nahe kommt.
Weitere Möglichkeiten: Man kann nun auch
die Rolle der Parameter m, l und g beim Fadenpendel untersuchen lassen mit dem Hinweis,
dass die Formel das Aussehen wie oben haben, also so aussehen muß:
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Keine wesentliche Änderung der Schwingungsdauer bei Veränderung der Masse zeigt, dass
die Masse keine Rolle spielt.
Ein längerer Faden führt zu längerer Schwingungsdauer, also l im Zähler.
Kleineres g (siehe Bewegung am Mond) führt zu größerer Schwingungsdauer, also g im
Nenner.
Zusammenfassung: Ob die Untersuchung mit
dem Federpendel in einer Unterrichtsstunde durchführbar ist, hängt von einer
gewissenhaften Vorbereitung in der vorhergehenden Stunde ab. Die Interpretationen können
nötigenfalls auch in der nächsten Stunde getätigt werden.
Die Untersuchungen am Fadenpendel gehen abschließend schon rascher.
Ich hoffe, dass Sie mit dieser oder einer ähnlichen
Unterrichteinheit genauso viel Spaß haben wie ich mit meinen Schülern.
Ich freue mich aber über jede Anregung zum weiteren Ausbau derselben unter meiner
email-Adresse hhergan@hasnerpl.asn-graz.ac.at
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