Der radioaktive Ballon
H. Kühnelt
Ein verblüffend einfaches Experiment zum Nachweis von Radon und dessen Zerfallsprodukten in der Raumluft.
Material: Luftballon,
Geigerzähler
Durchführung: Der Luftballon wird aufgeblasen und durch Reiben an Schafwolle oder fettfreiem Kopfhaar elektrisch geladen. Anschließend wird er so aufgehängt, daß er sich nicht durch Kontakt mit leitenden Objekten entladen kann. Nach einiger Zeit (10 Minuten bis 2 Stunden) wird der Ballon ausgelassen. Mit dem Geigerzähler läßt sich eine wesentlich über der Leerrate liegende Aktivität auf der Ballonhaut nachweisen. (Das elektrische Feld ließ Ionen der Tochterprodukte des Radon zum Ballon wandern.)
Radon und seine Zerfallsprodukte
| Isotop | T1/2 |
Zerfall |
Energie |
| 222Rn | 3,3 d |
alpha |
5,5 MeV |
| 218Po | 3 min |
alpha |
6,0 MeV |
| 214Pb | 26,8 min |
beta-, gamma |
0,7 MeV (beta) |
| 214Bi | 19,9 min |
beta-, gamma |
1,5 MeV (beta) |
| 214Po | 164 ms |
alpha |
|
| 210Pb | 22 a |
beta |
Dieses einfache Experiment läßt Umweltradioaktivität bewußt werden. Dabei hilft die beträchtliche Flächenänderung beim Auslassen des Ballons, um ein deutliches Signal zu erhalten.
Die Erweiterung zum quantitativen Experiment ist möglich.
Der Aufwand ist im Vergleich zum bekannten Schulexperiment mit dem Hochspannungsdraht viel geringer. Eine andere Möglichkeit wäre das Sammeln von radioaktiven Ionen in einem Filterpapier vor einem Staubsauger.
Die Luftballonhaut kann als Modell für die Lungenoberfläche dienen, wobei allerdings die Mechanismen zum Fixieren der Ionen verschieden sind.